Die beeindruckende alpine Landschaft Tirols hat schon früh den Aufbau und zur Entwicklung einer Tourismusindustrie eingeleitet. Hierbei führte insbesondere die Erschließung der Bergwelt durch Skipisten zu teilweise gravierenden und zumindest nicht kurzfristig wieder gutzumachenden Eingriffen in den Naturhaushalt und die Landschaft. Aber auch der örtlich erfolgte Ausbau von einfachen Berghütten zu hotelähnlichen stark technisierten Übernachtungs- und Aufenthaltsstätten für die steigende Zahl der Bergwanderer hat seine Spuren in Tirol hinterlassen.

Seit den 1980er Jahren wird versucht, diesem Trend mit einem sanften Tourismus, der den Belangen von Natur und Landschaft wieder Raum gibt, entgegen zu steuern. Hierbei ist eine deutliche Akzeptanz der Urlauber, die sich auch in steigenden Gästezahlen niederschlägt, für den sanften Tourismus zu verzeichnen.

Einige Beispiele für sanften Tourismus in Tirol

In Serfaus in Österreich werden die privaten Kraftfahrzeuge der Besucher am Ortseingang abgestellt. Die individuelle Mobilität wird mit einer Luftkissenbahn sichergestellt. Dieses geräuschlose Nahverkehrsmittel transportiert die Gäste kostenlos durch das autofreie Dorf. Für eine ausreichende Zahle an Zustiegsmöglichkeiten ist hierbei gesorgt.

In Brixen in Italien wird ein Skilift vollständig durch die elektrische Energie betrieben, die von einer Photovoltaikanlage geliefert wird. Die Anlage, die auch zur Verkleidung des Liftgebäudes dient, liefert mehr Strom, als für den Betrieb des Liftes erforderlich ist. Der überschüssige Strom wird gegen eine Vergütung in das öffentliche Netz gespeist.

Eine Form des sanften Tourismus in Tirol, der die kulturellen Eigenheiten hervorhebt, ist in Paznaun in Österreich zu erleben. In mehreren der dortigen Berghütten werden kulinarische Spezialitäten aus Tirol vor den Gästen zubereitet. Die Gäste können in den Küchen der Hütten in die kochtöpfe schauen. Die Hütten haben sich bei Paznaun zu einem sogenannten kulinarischen Jakobsweg zusammengeschlossen, dessen Erwanderung einen Einblick in die Küche der Bergwelt gibt.