Der Tourismus, also die Unternehmung von Reisen, die nicht mit einem geschäftlichen Zweck verbunden sind, war in früheren Zeiten ein echter Luxus und nur wenigen Wohlhabenden vorbehalten. Erst im 20. Jahrhundert ist der Tourismus zu einem Massenphänomen geworden.

Der Massentourismus hat sich zunächst nur nach dem Gewinnstreben der Tourismusindustrie und den scheinbaren Bedürfnissen der Urlauber gerichtet. Auf soziale Strukturen in den Urlaubsorten, den Schutz ökologisch wertvoller Gebiete und teilweise sogar das Bild der Landschaft wurde hierbei nur wenig Rücksicht genommen. Dies hat dazu geführt, dass die eigentlichen Wünsche der Urlauber nach dem Erleben einer unverfälschten Natur und dem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung an vielen Zielorten des Massentourismus ins Hintertreffen geraten sind.

Diesem Dilemma des Massentourismus setzt sich der nachhaltige Tourismus, der oft auch mit dem Begriff sanfter Tourismus gleichgesetzt wird, entgegen. Der nachhaltige Tourismus will mehrere Ziele, die positiv für das bereiste Land, aber auch für den Reisenden sind, miteinander in Einklang bringen.

Hierzu gehören die Bewahrung der ökologischen Vielfältigkeit und der Schutz der Natur sowie ihrer Ressourcen, der langfristige wirtschaftliche Nutzen für die Bewohner der bereisten Regionen und die Akzeptanz und Rücksichtnahme auf deren sozialer und kultureller Identität und Eigenständigkeit. Durch einen solchen nachhaltigen Umgang mit dem Urlaubsziel wird den Belangen des Naturschutzes Rechnung getragen und gleichzeitig das Bedürfnis der Bewohner nach einer langfristigen ökonomischen Absicherung bei gleichzeitigem Schutz ihrer kulturellen Eigenheiten befriedigt.

Vereinfacht soll der nachhaltige oder sanfte Tourismus die Schönheiten des Reiseziels in Gänze bewahren und diese auf unschädliche Art und Weise dem Reisenden zugänglich machen. Die Bewohner des Reiseziels, aber auch das Ziel selbst, werden mit Respekt und Rücksichtnahme behandelt. Der nachhaltige Tourismus fördert den Erhalt und die sanfte Entwicklung des Reiseziels, ohne es durch Überbeanspruchung zu zerstören.